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Wuckelkontakt zog Massen an Woodstock-Verhältnisse im beschaulichen Eisdorf
„TIIIIII AAAAMOOOOOOO“ schallt es aus den Lautsprechern. Vor der Bühne schunkelt und feiert ein bunt gemischtes Publikum eine mega Party und auf der Bühne spielen die Jungs von Wuckelkontakt den Gig ihres Lebens sie spielen nicht nur Schlager, sie zelebrieren ihn!
Eisdorf erlebte mit Sicherheit das meist besuchte Konzert der letzten 10 Jahre. Was war passiert ???
Der Abiturjahrgang 1997 des Gymnasiums Osterode hatte Anfang 1999 mit der Planung einer Jahrgangsparty begonnen. Unter der organisatorischen Leitung von Thorsten Bosse sollte eine riesige Schlagerparty im Vereinsheim des TSC Eisdorf gefeiert werden. Da Thorsten den Sänger Lutz sehr gut kannte und Wuckelkontakt schon in aller Munde war, entstand bei Thorsten die Idee, dass man ja für die Jahrgangsparty Wuckelkontakt engagieren könnte. Es gab erste Absprachen mit Lutz, der wiederum die Sache mit den restlichen Bandmitgliedern besprach. Kurz und bündig: die Band war von der Idee begeistert und schnell war ein Termin für die Party gefunden.
Die Band begann mit ihren Vorbereitungen eine Setlist musste ausgearbeitet, eine Bühne musste besorgt und nicht zuletzt musste ja auch noch geprobt werden. Nach einer langen Zeit des Übens rückte letztlich die Woche des Auftritts näher. Am Tag vor der Party wurden die Bühnenteile abgeholt und es begann der Aufbau in Eisdorf. Nach vielen Stunden war das Vereinsheim leer geräumt, alle Bühnenteile drinnen montiert, die Verstärker und Instrumente aufgebaut, verkabelt und gestimmt. Im noch leeren und auch kalten Raum begann unter den Augen von Thorsten die Generalprobe. Noch ahnte keiner, dass 24 Stunden später wahre Menschenmassen vor der Bühne stehen und jubeln sollten.
Am folgenden Samstag, dem Tag der Party, probte die Band am Vormittag ein letztes Mal in Eisdorf. Gespannt erwarteten sie die Ankunft von Thorsten, der eine kleine Lichtanlage versprochen hatte. Womit er dann aber ankam, sprengte das Vorstellungsvermögen der Band. Boxen groß wie Kühlschränke, Stative, unzählige Kisten und Kartons und fragende Gesichter bei den Organisatoren Christoph und Thorsten 7 Stunden vor Beginn der Party: wer soll das alles noch aufbauen und passt das alles hier rein? Doch es gelang den beiden!
Um 20:00 Uhr begann sich der Raum langsam zu füllen. Die ersten Jahrgangsmitglieder kamen, die ersten Biere wurden getrunken. Christoph und Thorsten heizten die Stimmung mit entsprechender Musik langsam an. Gegen 22:00 Uhr kamen die Bandmitglieder zum Veranstaltungsort und verschafften sich einen ersten kleinen Überblick. Noch war nicht sooo viel los, aber es kamen ja auch immer noch Leute. Der Auftritt sollte um 23:00 Uhr beginnen und eine Viertelstunde vorher war das kleine Vereinsheim auch total voll. Dann war es endlich soweit: das Licht ging aus, der Spot an. Vor der Bühne herrschte Gedränge ohne Ende und laute „Wuckelkontakt“-Rufe schallten durch den Raum. Wulle kündigte in der ihm unnachahmlichen Weise die Jungs an und dann ging´s los. Die Band stürmte in ihren neumodischen Klamotten die Bühne und die Party konnte beginnen: „Aber bitte mit Sahne“, „Tür an Tür mit Alice“, „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, „Fiesta Mexicana“ und und und....Auch die Jahrgangshymne „Über den Wolken“ durfte natürlich nicht fehlen. Es ging so richtig zur Sache. Die Band hypnotisierte die Massen, alles feierte und die mittlerweile anwesenden 150 Fans streckten ihre 300 Arme in den Himmel und klatschten so richtig mit. Und sie hatten auch keine Gelegenheit zum Verschnaufen: „Ein Bett im Kornfeld“, „Tränen lügen nicht“, Mamy Blue“, „Zu Spät“, „Hello Again“ ein Knaller jagte den nächsten. Die perfekte Lichtshow (diverse Spots, Lichtorgeln und Effektscheinwerfer) sorgte für eine atemberaubende Atmosphäre. Doch leider geht auch das schönste Konzert mal zu Ende. Als „Es war Sommer“ ausklang schien auch der zweite Zugabenblock, der von den frenetischen Fans eingefordert worden war, beendet zu sein. Doch ein Highlight hatte die Band noch. Plötzlich wurde die gesamte Bühne in rotes Licht getaucht. Mit einem leisen Zischen wurde sie durch den ebenfalls zum Equipment gehörenden Nebelwerfer eingenebelt und dann ertönten die ersten Akkorde von „Ti Amo“. Ein Blick vor das Vereinsheim die Straße entlang zeigte, welche Aufmerksamkeit dieses Konzert ausgelöst hatte. Bis weit über die Dorfmitte hinaus standen auf beiden Straßenseiten die Autos der anwesenden Gäste. Taxiunternehmen hatten von der Sache Wind bekommen und platzierten ihre Wagen vor dem Vereinsheim. Und selbst die Polizei schaute kurz vorbei die netten Beamten schauten aber nur nach dem Rechten, es gab keinerlei Beschwerden oder Beanstandungen. Und somit konnten alle 150 Fans eine bis in die frühen Morgenstunden andauernde Party feiern. Erst lange nachdem das letzte „Tiiiiii Aaaamoooooo“ verhallt war, gingen sie glücklich nach Hause....
© 2001 by Thorsten Bosse
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